Geschichte

Im Mai 1948 fand in Südkorea die erste demokratische Wahl unter der Aufsicht der Vereinten Nationen statt. Die Wähler waren aufgerufen, die 198 Mitglieder der Nationalversammlung zu wählen. Im Juli desselben Jahres wurde die Verfassung in Kraft gesetzt, und Rhee Syngman und Yi Si-yeong, in Korea hoch angesehene Widerstandskämpfer, wurden zum ersten Präsidenten bzw. Vizepräsidenten des Landes gewählt. Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea (ROK) als freie Demokratie gegründet, die ihre Legitimation aus der PGK ableitete. Die Vereinten Nationen erkannten die Regierung der ROK als einzige legitimierte Regierung auf der koreanischen Halbinsel an.

Nördlich des 38. Breitengrads konnten allgemeine Wahlen unter der Aufsicht der Vereinten Nationen allerdings nicht stattfinden, weil sich die Sowjetunion widersetzte. Am 9. September 1945 wurde die Demokratische Volksrepublik Korea (DPRK) als ein kommunistisches Land gegründet. Kim Il-sung, der als Offizier in der Armee der Sowjetunion gedient hatte, trat sein Amt als  erster Präsident der DPRK an. Inmitten der Konfrontation zwischen einer freien Demokratie im Süden und einer kommunistischen Diktatur im Norden hatte die Regierung von Präsident Synngman Rhee mit vielen Problemen zu kämpfen: Er musste für Stabilität im eigenen Land sorgen, die Spuren der Kolonialherrschaft beseitigen und die Konflikte zwischen rechten und linken Gruppierungen lösen, nur um einige zu nennen.