Kultur

Seit der ersten Besiedlung der koreanischen Halbinsel und der südöstlichen Mandschurei  in prähistorischer Zeit haben die Menschen in Korea eine besondere Sensibilität für Kunst entwickelt und eine einzigartige Kultur hervorgebracht. Aufgrund der besonderen geografischen Lage der koreanischen Halbinsel sind die Koreaner sowohl mit kontinentalen als auch mit maritimen Kulturen in Berührung gekommen. So konnten sie einzigartige Kulturgüter schaffen, die bis heute von unschätzbarem Wert für die gesamte Menschheit sind. Koreas lebendiges kulturelles Erbe umfasst die Bereiche Musik, Kunst, Literatur, Tanz, Architektur, Mode und Kochkunst und wird weltweit geschätzt, vor allem auch,weil es die Koreaner verstanden haben, Tradition und Moderne in Einklang zu bringen.

Junge talentierte koreanische Künstler nehmen an den weltweit renommiertesten Musik- und Tanzwettbewerben teil und werden mit zahlreichen Preise ausgezeichnet. Koreanische Literatur wird in viele Sprachen übersetzt und findet überall in der Welt Leser. In letzter Zeit hat die koreanische Pop-Musik die Welt erobert. Das populärste Stück ist Psys Hit Gangnam Style.

Ohne die Beharrlichkeit und das Streben nach handwerklicher Geschicklichkeit der Koreaner hätte sich die Kultur Koreas nicht auf so vielfältige und qualitativ hochwertige Weise entwickeln können. Die besondere künstlerische Sensibilität der Koreaner zeigt sich schon in den Kunstgegenständen und den Wandmalereien der Gräber aus der Zeit der Drei Königreiche. Während des Vereinigten Silla-Reiches (676-935), des Goryeo-Reiches (918-1392) und des Joseon-Reiches (1392-1910) haben sich die Künste stets weiterentwickelt. Das ästetische Verständnis wurde von Generation zu Generation weitergegeben und prägt bis heute nicht nur Künstler, sondern die koreanische Gesellschaft insgesamt.

Koreas kulturelles Erbe ist von unschätzbarem Wert. Dem hat die UNESCO Rechnung getragen und koreanische Kunstwerke in die Listen von schützenswerten Kulturgütern aufgenommen. 40 koreanische Kulturgüter sind von der UNESCO entweder in die Liste zum Schutz des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit oder in das Weltdokumentenerbe aufgenommen worden

 

Gugak

König Sejongs Bemühungen, die Hofmusik zu reformieren,

Gugak heißt wörtlich übersetzt „nationale Musik“. Dieser Terminus bezieht sich auf die traditionelle koreanische Musik, zu der auch Lieder, Tänze und zeremonielle Bewegungen gehören. Eigentlich sollte man annehmen, dass die Geschichte der koreanischen Musik so weit zurückreicht wie die Geschichte Koreas und die Geburt der ethnischen Koreaner. Das ist aber nicht so. Erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts, während der Joseon-Dynastie (1392-1910) zur Zeit der Regentschaft von König Sejong fing man an, sich wissenschaftlich mit Musik zu beschäftigen. Es wurde das Notensystem Jeongganbo entwickelt - das älteste Notensystem in Asien.

König Sejongs Bemühungen, die Hofmusik zu reformieren, hatte nicht nur die Entwicklung eines koreanischen Notensystems zur Folge, sondern auch die Komposition einer speziellen rituellen Musik, die während der königlichen Ahnenriten am Jongmyo-Schrein gespielt wurde. Diese Musik wurde 2001 von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen, ebenso wie die Musik Yeominrak, was  „Freude der Menschen“ bedeutet. Die Bezeichnung Gugak wurde zum ersten Mal von der für Musik zuständigen Regierungsbehörde Jangagwon  gegen Ende des Joseon-Reiches verwendet,  um zwischen traditioneller koreanischer und ausländischer Musik zu unterscheiden.

Bei der traditionellen koreanischen Musik wird unterschieden zwischen der „zeremoniellen“ Musik (Jeongak oder Jeongga), die man in aristokratischen Kreisen und bei Hofe hörte, der Volksmusik, zu der auch Pansori, Sanjo und Japga gehören, der Hofmusik mit Tanz (Jeongjae), gespielt bei besonderen Feierlichkeiten für den König, sowie der Musik und dem Tanz in Verbindung mit schamanistischen und buddhistischen Zeremonienwie Salpuri-Tanz, Seungmu (Mönchstanz) und Beompae (Tempelmusik). Außerdem gibt es noch die poetischen Lieder Gagok und Sijo, die bei den Literaten sehr beliebt waren.

Die Koreaner haben auch viele Instrumente gebaut. Bei den traditionellen Instrumenten werden drei Kategorien unterschieden: die Blasinstrumente wie Piri, Daegeum, Danso und Taepyeongso, die Saiteninstrumente wie Gayageum, Geomungo, Haegeum, Ajaeng und Bipa und die Schlaginstrumente wie Buk, Janggu, Pyeonjong,Pyeongyeong, Kkwaenggwari und Jing.

Volkstanz

In Korea gibt es viele verschiedene traditionelle Volkstänze wie Salpurichung (Tanz zur spirituellen Reinigung), Gutchum (ritueller schamanistischer Tanz), Taepyeongmu (Tanz für den Frieden), Hallyangchum (Tanz der Müßiggänger), Buchaechum (Fächertanz), Geommu (Schwerttanz) und Seungmu (Mönchstanz) . Der Talchum (Maskentanz) und das Pungmul Nori (ein Instrumentalspiel) enthielten satirische Elemente, um den korrupten Adel zur Zeit des Joseon-Reiches zu verspotten und die Nähe zu den ländlichen Gemeinden zu demonstrieren, die lange Zeit im Zentrum der koreanischen Kultur und Tradition standen. Die meisten Aufführungen fanden auf Marktplätzen oder auf dem Feld statt. Trommelspiel, Gesang und Tanz gehörten immer dazu.