KOREA INDEPENDENT / Independent- und Dokumentarfilm-Festival

Korea Independent

 

20. bis 27. September 2017
BABYLON
Infos & Tickets: www.babylonberlin.de / 030 2425 969

BABYLON
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin

*Spielplan: siehe unten auf dieser Seite.

Unter dem neuen Namen „Korea Independent“ findet ab dem 20. September ein Festival für koreanische Independent- und Dokumentarfilme statt, das beide Genres zusammen vorstellt.

Beim diesjährigen Filmfestival werden insgesamt acht Filme gezeigt: vier Dokumentarfilme und vier Independent-Filme. Den Eröffnungsfilm von „Korea Independent“ bildet der Film „Steel Flower“.

Beim 14. Festival International du Film de Marrakech wurde „Steel Flower“ mit der Begründung, „durch reine Klänge und Bilder die Gefühle der schönen Hauptdarstellerin zum Ausdruck gebracht“ zu haben, mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Damals urteilte der Vorsitzende der Jury, der Regisseur Francis Ford Coppola: „Ein sehr neuartiges und schönes Werk. Auch wenn der Film nicht viele Dialoge enthält, lassen sich darin alle Gefühle von Hadam miterleben. Das war eine sehr emotionale Erfahrung.“ Als repräsentatives Werk, das den aktuellen Status des koreanischen Films bestätigt, wird es als Eröffnungsfilm den krönenden Auftakt des Festivals bilden.

„Breathing Underwater” ermöglicht eine Begegnung mit den koreanischen Taucherinnen Haenyo, die am 30. November vergangenen Jahres in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden. In dieser Dokumentation hat der Regisseur Koh Hee-young das Leben der auf der kleinen Insel Udo nahe der Insel Jejudo beheimateten Haenyo über einen Zeitraum von sieben Jahren intensiv begleitet. 
Der Dokumentarfilm „Bamseom Pirates Seoul Inferno“, der sowohl den Inhalt als auch die Form betreffend unkonventionell ist, erzählt die Geschichte der Indie-Band Bamseom Pirates, die gegen das Nationale Sicherheitsgesetz (Jedweder Kontakt mit Nordkorea kann bestraft werden) verstößt. Nachdem die Band, die wegen ihrer avantgardistischen Performances eine leidenschaftliche Anhängerschaft unter den Punkfans hat, nach dem Nationalen Sicherheitsgesetz verurteilt wurde und viel zu leiden hatte, liefert sie eine scharfe Analyse der Republik Korea. Wie der Titel schon erkennen lässt, geht dieser Film als provokatives Werk über die Gesetzmäßigkeiten des Dokumentarfilms hinaus.
Für die Liebhaber gefühlsbetonter Filme ist „Worst Woman“ die richtige Wahl. Darin werden die romantischen Verabredungen von einer Frau, die nur das Beste will, aber das Gegenteil erreicht, mit den in Beziehung zu ihr stehenden drei Männern an einem Tag im Spätsommer skizziert.

„Schwulsein“ ist das Thema, das derzeit in der koreanischen Szene für Independent-Filme die größte Aufmerksamkeit erhält. Angefangen mit dem Film „Weekends“, der in der Sektion „Panorama“ der 66. Berlinale den Publikumspreis erhielt, wurden Filme wie „Our Love Story“, <Jane>, <Lost to Shame> und < Don't Worry> vorgestellt, die den Horizont des queeren Films in Korea um eine Dimension erweitert haben. Von diesen Filmen können die Zuschauer dieses Mal „Our Love Story“ und „Lost to Shame“ kennenlernen.

„Our Love Story“ appelliert an die universale Sensibilität einer „gewöhnlichen Liebe“ und beschreibt die realistischen Barrieren einer queeren Liebe. „Lost to Shame“ handelt von einem Ereignis, das einem berühmt gewordenen Schauspieler widerfährt, der sich daran gewöhnt hat, sich selbst zu belügen. Anhand dieses Films erhalten die Zuschauer einen Einblick in die Einstellung der koreanischen Gesellschaft gegenüber sexuellen Minderheiten und in die aktuelle Situation des queeren Films in Korea.

„Sound of Nomad: Koryo Arirang” ist ein Dokumentarfilm über die Koryoin, ethnische Koreaner in der früheren Sowjetunion, die durch den Strudel der modernen Geschichte an einem Ort weit entfernt der Heimat gestrandet sind und ihre Identität als Koreaner nicht verlieren wollen. Dass dieses Jahr mit dem 80. Jahrestag der Zwangsumsiedlung der in Russland lebenden Koreaner durch Stalin zusammenfällt, verleiht dem Film zusätzliche Bedeutung. Gegenwärtig wird das „Sondergesetz über Koryoin“ revidiert, das den Koryoin der vierten Generation ein legales Aufenthaltsrecht in Korea ermöglichen soll.

Der Dokumentarfilm „A Crybaby Boxing Club” porträtiert das Leben der ethnischen Koreaner in Japan und Formen ihrer Diskriminierung. Die Schüler und der Trainer der Boxkampfgruppe der Ober- und Mittelschule für in Japan lebende Koreaner sowie der naive, unschuldige und gleichzeitig grausame Alltag der Kinder vermitteln ein Gefühl der Beklemmung.

Programm

Datum Uhrzeit Film
Mi
20.09.
19.00 Uhr OPENING: Steel Flower
20.30 Uhr Publikumsgespräch mit dem Regisseur Sukyoung Park
21.30 Uhr Lost To Shame
Do
21.09.
20:00 A Crybaby Boxing Club
21.45 Breathing Underwater
Fr
22.09.
18.00 Worst Woman
20.00 Our Love Story
Sa
23.09.
18.00 Sound of Nomad: Koryo Arirang
20.00 Bamseom Pirates Seoul Inferno
So
24.09.
18.00 Breathing Underwater
19.45 Steel Flower
Mo
25.09.
18.00 A Crybaby Boxing Club
19.45 Lost To Shame
Di
26.09.
18.00 Bamseom Pirates Seoul Inferno
20.15 Worst Woman
Mi
27.09.
18.00 Our Love Story
20.00 Sound of Nomad: Koryo Arirang