Ausstellungen

Yin Yang Su Wha – Ground. Signal. Code. Notation.

Ausstellungdauer
15. Mai 2017 - 18. Mai 2017
Vernissage
Montag, 15. Mai 2017 / 21:00
Ort

Anlegestelle der Reederei „Stern + Kreis“ am Spreeufer vor der Ostfassade des Humboldt Forums im Berliner Schloss

Yin Yang Su Wha – Ground. Signal. Code. Notation.

Eine Videoprojektion von Chan Sook Choi an der Ostfassade des Humboldt Forums im
Berliner Schloss zum Auftakt der Asien Pazifik Wochen 2017, täglich vom 15. bis 18. Mai
von 21.30 bis 5 Uhr

„Das Grenzenlose (wuji) ist zugleich die letzte Grenze (taiji). Taiji bewegt sich, und yang
entsteht. Wenn die Bewegung den höchsten Punkt erreicht hat, ruht taiji. Taiji ruht und yin
entsteht. Wenn die Ruhe den höchsten Punkt erreicht hat, entsteht wieder
Bewegung“ Zhou Dunyi (1017 – 1073)

Anlässlich der Eröffnung der Asien-Pazifik-Wochen 2017 präsentiert die südkoreanische Künstlerin Chan Sook Choi vom 15. bis 18. Mai täglich von 21.30 bis 5 Uhr ihre neun Minuten lange Videoarbeit „Yin Yang Su Wha“ (Yin und Yang, Wasser und Feuer) an der Ostfassade des Humboldt Forums im Berliner Schloss. Auf Basis der alten chinesischen Lehre yijing über unser Universum forscht Choi in ihrer Arbeit nach den verborgenen Energieströmen des Humboldt Forums und macht die Energie des Yin und Yang und der Fünf Elemente an diesem Ort sichtbar. Ausgang ihrer Arbeit ist die Ostfassade des Berliner Schlosses, auf die das Licht der aufgehenden Sonne zuerst trifft. Sie ist für die Künstlerin der Ort, wo sich das Prinzip des Himmels (kun), das Männliche, und das Prinzip der Erde (kon), das Weibliche, treffen, wo yin und yang miteinander agieren und wo die Fünf Wandlungsphasen (Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde) entstehen. Sie übersetzt ihre Energie (Qi) mit Hilfe der elektromagnetischen Bewegung von 129 600 Lichtteilchen (Photonen) in einen digitalen Algorithmus und projiziert ihn auf die Fassade des Humboldt Forums. Die fließenden Zeichen symbolisieren Werden, Wandel und Vergehen, sie entstehen fortwährend in vertikaler, horizontaler und kreisender Bewegung, verschwinden im nächsten Augenblick und nehmen erneut eine andere Gestalt an: Punkte und Linien, Gitter und Netze, Wolken und Schwärme. Ausgehend von ihrer kosmologischen Spekulation und basierend auf einem wissenschaftlichen Dialog zwischen Taoismus und Quantenphysik beschreibt Choi in ihrer Arbeit das Verhältnis von allumfassender Einheit und dem Wirkprinzip der Zweiheit, yin und yang, von Ruhe und Bewegung: eine Welt, die sich aus sich selbst heraus entfaltet und in der das Grenzlose zugleich die letzte Grenze ist. Choi konfrontiert unser westliches Denken mit einer Sichtweise, die im Materiellen nach dem Immateriellen sucht, und in traditionellen Lehren einen Wert für das Verhältnis von Natur und Kultur, Technik und Kunst, Geschichte und Zukunft entdeckt. „Yin Yang Su Wha“ ist eine daoistische Reflexion über unsere Beziehung zu einem besonderen Ort und seiner wechselvollen Geschichte. Die dynamischen Ströme des Qi und seine ephemeren digitalen Formationen fügen den Interpretationen über das im Bau befindliche Humboldt Forum im Berliner Schloss einen neuen, genuin asiatischen Kommentar hinzu.

Chan Sook Choi, geboren in Seoul, hat Visual Communication (Diplom) und Experimental Media Arts (Master) an der Universität der Künste Berlin studiert und war Meisterschülerin bei Prof. Maria Vedder. 2008 gewann sie den Hauptpreis des International Media Art Award des Bibliates & Berlin Pergamonmuseums, 2009 erhielt sie den Nachwuchsförderpreis des Landes Berlin. 2010 wurde sie als eine der Künstlerinnen der New Artist Trend der Seoul Art Foundation nominiert, 2011 als Artist of Tomorrow des Sungkok Art Museums und 2013 als New-Rising Artist bei der Alternative Space Loop präsentiert. Ihre Werke waren unter anderem im Nationaltheater in Seoul sowie im Queens Museum in New York City und zuletzt in ARoS Aarhus Kunstmuseum zu sehen. Seit 2015 ist sie als Professorin für Kunst & Technologie an der Hanyang Universität tätig. Chois Kunst bewegt sich zwischen Performance und Installation, Video und Fotografie. In ihrer Arbeit spielt Choi mit unserem Erleben von Raum und Zeit und schafft atmosphärisch aufgeladene Situationen, in denen sie unsere Körper zu wechselnden Versuchsanordnungen choreografiert. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

www.chansookchoi.com

Veranstalter: Asien Pazifik Forum Berlin, Botschaft der Republik Korea
Kooperation: Asia Culture Center, Gwangju, Republik Korea
Konzeption & Organisation: Keum Art Projects

Die Eröffnung am 15. Mai 2017 ab 21 Uhr bildet den Auftakt der Asien Pazifik Wochen 2017.

Ort der Eröffnung: Anlegestelle der Reederei „Stern + Kreis“ am Spreeufer vor der Ostfassade
des Humboldt Forums im Berliner Schloss.

Im Rahmen der Vernissage hält der Philosoph Yuk Hui eine Key Note zum Thema „Das digitale Leben aus kosmologischer Perspektive“. Anschließend findet ein Dialog zwischen Yuk Hui und dem Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Mark Siemons statt. Zur Veranstaltung wird im Juli 2017 die Publikation, „Yin Yang Su Wha“ erscheinen.

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