Weltbürger feiern Hangeul

Die Gewinnerin eines koreanischen Schreibwettbewerbs, Sakae Yumika (榮由海夏) aus Japan, hält ihr auf Koreanisch geschriebenes Gedicht am 8. Oktober, einen Tag vor dem Hangeul- Tag, beim Nationalen Hangeul-Museum in Seoul in die Luft. Dieses Jahr ist der 571. Jahrestag der Entwicklung des koreanischen Alphabets.

 

Das Nationale Hangeul-Museum veranstaltete ein Festival für KoreanerInnen und Nicht-KoreanerInnen, um das koreanische Alphabet Hangeul am 8. Oktober, einen Tag vor dem Hangeul-Tag, zu feiern. Dieses Jahr jährt sich die Entwicklung des indigenen koreanischen Schriftsystems zum 571. Mal.

Viele kleinere Events - unter anderem ein Spiel, das auf einem Volksmärchen basiert, Zaubershows und auf das Hangeul bezogene Wettbewerbe - haben ebenfalls zur Ehrung des Hangeuls beigetragen.

Insgesamt 29 Nicht-KoreanerInnen aus fünf verschiedenen Nationen nahmen an dem koreanischen Schreibwettbewerb teil. Die TeilnehmerInnen wurden dazu aufgefordert, über ihre Gefühle für ihre Familien zu schreiben. Die nicht-koreanischen TeilnehmerInnen trugen die typische Kleidung, die von konfuzianischen Joseon-Gelehrten getragen wurde, einen schwarzen Yugeon-Hut (유건) und einen hellblaues Dopo-Gewand (도포), und schrieben in Hangeul - in manchen Fällen etwas unbeholfen, aber dennoch immer recht ernsthaft, über ihre weit entfernten Familien.

„Im Japanischen gibt es drei Alphabete: Kanji, Hiragana und Katakana. Wie auch immer, Korea braucht nur eines, das Hangeul. Die Einfachheit macht den Charme des Hangeuls aus“, sagte Sakae Yumika (榮由海夏), die einzige Nicht-Koreanerin unter den sechs GewinnerInnen. „Ich mag es, wie das koreanische Wort für Blume, ,ggot (), mich an eine echte Blume, hübsch arrangiert, erinnert.“

Die malaysische Wettbewerbsteilnehmerin Zahra Jahan schreibt koreanische Konsonanten und Vokale auf ein T-Shirt, als Teil des Hangeul-T-Shirt-Design-Wettbewerbs am Nationalen Hangeul-Museum am 8. Oktober, einen Tag vor dem 571. Jahrestag der Entwicklung des koreanischen Alphabets.

 

An dem Hangeul-T-Shirt-Wettbewerb, der nach dem Schreibwettbewerb stattfand, nahmen 80 Nicht-KoreanerInnen aus neun Nationen teil.

Die TeilnehmerInnen versammelten sich auf dem Rasen vor dem Museum und schrieben ihre eigenen Hangeul-Sätze oder -Buchstaben auf ein weißes T-Shirt unter der warmen Herbstsonne. Auch wenn einige etwas unbeholfen schrieben, stellten sie ihre Schreibfähigkeiten in der koreanischen Sprache unter Beweis und zollten dem wahren Wert des Hangeuls Anerkennung.

„Ich habe das Motiv von dem Vorwort des Hunminjeongeum (훈민정음) (1446), dem Originalmanuskript über die Regeln und Struktur des Hangeuls, welches besagt, dass es viele Leute gibt, die nicht ausdrücken können, was sie meinen, obwohl sie etwas haben, worüber sie reden wollten’“, sagte Luo Danbin (), ein chinesischer Teilnehmer. Er schrieb, „Malhagoja (말하고자) auf sein T-Shirt, was „über etwas reden“ heißt. „Das Design trägt die Hoffnung, dass auch Nicht-Koreaner wie ich, Koreanisch schreiben und sprechen können, nach etwas mehr Übung.“

Nicht-koreanische TeilnehmerInnen erklären ihre T-Shirt-Designs während des Hangeul-T-Shirt-Design-Wettbewerbs am Nationalen Hangeul-Museum am 8. Oktober, um den 571. Jahrestag der Entwicklung des Hangeuls zu feiern.

 

„Wir haben dieses Festival organisiert, um die Weltkulturerbeaspekte des Hangeuls zu feiern und sie mit der Welt zu teilen,“ sagte Suh Young Chul, der Organisator des Events.

Das Festival wird im Nationalen Hangeul-Museum am Hangeul-Tag selber, dem 9. Oktober, fortgesetzt. Ein Video, das von Studierenden gedreht wurde, wird in King Sejong Institut Learning Centers der ganzen Welt gezeigt, und eine spezielle Vorlesung über Hangeul und König Sejong, den Schöpfer des koreanischen Alphabets, wird für die Besucher gehalten.

 

 

Von Kim Eun-young, Kim Tae Won und Kim Young Shin

Fotos: Kim Eun-young und Kim Tae Won