Gesellschaft

Gemeinsames Deutsch-Koreanisches Public Viewing in Köln und Stuttgart zur Fußball-WM

Im Vereinsheim Fortuna Köln (Foto: Wolfram van Stephold)

Im Vereinsheim Fortuna Köln (Foto: Wolfram van Stephold)

Wenn Koreaner und Deutsche zusammen Fußball schauen

Von Wolfram van Stephold und Isabella Jukas

Volles Haus und tolle Stimmung beim Public Viewing zum Spiel Südkorea gegen Deutschland am 27.06.2018 in Köln und auch in Stuttgart.  

In Köln hatte sich der Verein Junger Koreaner in Deutschland HanDo e.V. in Kooperation mit dem Regionalverband NRW der Deutsch-Koreanischen Ge-sellschaft DKG für einen traditionsreichen Veranstaltungsort entschieden und wurde nicht enttäuscht. Im Vereinsheim von Fortuna Köln hatten Alex Lackler und seine Familie auf den Punkt alles perfekt vorbereitet, und so konnten sich die etwa 100 deutschen und koreanischen Gäste bei gut gekühltem Kölsch und leckerer Stadion-Bratwurst voll und ganz auf das spannende Fußballspiel zwischen Südkorea und Deutschland konzentrieren.  

Auch der Bezirksbürgermeister Köln Innenstadt/Deutz Andreas Hupke, gleichzeitig Mitglied und Förderer von Fortuna Köln und als großer Freund inter-kultureller Beziehungen bekannt, sowie die großen Kölner Tageszeitungen und Radio Köln waren vor Ort und berichteten.

Public Viewing in Köln (Foto: Wolfram van Stephold)

Die Teilnehmer des gemeinsamen Public Viewing in Köln blicken gebannt auf den Bildschirm.  (Fotos: Wolfram van Stephold)

In einer Live-Videoschaltung zwischen Köln und Stuttgart vor Beginn des Spiels war die Stimmung beider Seiten euphorisch, und es wurden herzliche Grüße ausgetauscht. Denn auch bei der DKG Baden-Württemberg (BW) in Stuttgart wurde zusammen mit mehr als 1000 begeisterten und fanatischen Gästen gefiebert und gefeiert.

In Stuttgart spielte das Wetter auch gut mit, und so wurde draußen auf dem „Platz“ vor dem italienischen Lokal mit dem bedeutungsgleichen Namen „La Piazza“ gefeiert. Die DKG BW hatte zuvor bereits mit Flyern, Plakaten und in Social Media auf das Event aufmerksam gemacht, und so war die Location so gut besucht, dass nicht mehr alle auf den Holzbänken Platz finden konnten.

Bei „La Piazza“ in Stuttgart (Foto: Ju-Kyung Park)

Bei „La Piazza“ in Stuttgart (Foto: Ju-Kyung Park)

Die Fans ließen sich davon allerdings nicht beirren, sondern rückten vor dem Bildschirm umso enger zusammen. Unter ihnen Tübinger, Stuttgarter und auch eine Delegation koreanischer Studenten aus Jeonju. Letztere mischte besonders fröhlich mit und feierte zusammen mit den anderen Korea-Fans in der ersten Reihe. Auch wenn die Korea-Anhänger mit 120:1000 natürlich in der Minderheit waren – ihre überschwänglichen Anfeuerungsrufe „Daeeee~han~min~guk“ waren dafür umso besser zu hören.

Es zeigte sich wieder einmal, dass Fußball generationenüberschreitend und kulturumspannend verbindet, und so lagen die Sympathien des Publikums, Koreaner wie Deutsche, jung wie alt, zunächst gleichauf. Zum Schluss durften  allerdings nur die koreanischen Fans jubeln, aber die deutschen Gäste zeigten sich als faire Verlierer. „Man muss och jönne könne" (,Man muss auch gönnen können‘), wie es eine kölsche Teilnehmerin treffend ausdrückte. Und weiter: „Ich habe heute sogar einige Wörter Koreanisch gelernt.“

Gemeinsames Public Viewing koreanischer und deutscher Fußballfans in Stuttgart (Fotos: Ju-Kyung Park)

Und so gab es nur Gewinner, so dass sich Andreas Kim von HanDo e.V., Reiner Schöler von der DKG NRW und Byong-Hak Kim von der DKG BW hoch zufrieden zeigen konnten. Wieder einmal kamen Korea-Interessierte, Jung und Alt, Deutsche und Koreaner, zusammen, der Kulturaustausch wurde gefördert und Integration und Identität der Koreaner und koreanisch-stämmigen Deutschen der ersten, zweiten und auch schon der dritten Generation in Deutschland weiter gestärkt.

Am Ende konnten sich die Organisatoren über zwei gelungene Veranstaltungen und viel Lob und Zuspruch freuen, die auf jeden Fall Lust auf weitere gemeinsame Aktionen machen.

Nach dem Spiel am Fortuna-Vereinsheim in Köln…   (Foto: Wolfram van Stephold)  

…und bei „La Piazza“ in Stuttgart   (Foto: Ju-Kyung Park)

 

Zu den Autoren: 

 

Isabella Jukas

Isabella Jukas studierte Koreanistik, Anglistik / Amerikanistik und Internationale Studien in Tübingen und Seoul. Für ihre Doktorarbeit forscht sie derzeit zum Thema Außenbeziehungen Nordkoreas unter besonderer Berücksichtigung des Globalen Südens.   (Foto: Isabella Jukas)

Bild von Wolfram van Stephold

Foto: W. van Stephold-Lee

Wolfram van Stephold

Wolfram van Stephold ist von Beruf Diplom-Kaufmann und lebt in der Nähe von Köln. Seine Frau stammt aus Korea, und durch sie entdeckte er sein Faible für Land und Leute. Seitdem verbringt er jedes Jahr seinen Urlaub zusammen mit Familie und Freunden in Korea.

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