Kaleidoskop

Simply Korean Food!

Auftaktveranstaltung zum gemeinsamen Kochvergnügen
 

Einleitende Worte am ersten Abend von "Simply Korean Food"!  
Kochstudio SieMatic am Leipziger Platz in Berlin

Zur Begrüßung gab es „Makgeolli“. Von Ferne erinnert der in Korea so beliebte koreanische Reiswein eher an ein Joghurtgetränk oder eine trübe Reissuppe als an Wein. Wer aber zum Auftakt der vom Koreanischen Kulturzentrum organisierten Kochkurs-Veranstaltung am 29. und 30. September in das Küchenstudio SieMatic am Leipziger Platz gekommen war, wollte die koreanische Küche schließlich kennenlernen. Entsprechend wurde mögliches Befremden gegenüber dem milchigen Getränk in bauchigen Weingläsern überwunden und einfach probiert.

Da die Anmeldeliste der Interessenten zu lang war für die begrenzten Räumlichkeiten im Küchenstudio, hatte schließlich das Los über die Teilnahme von jeweils 15 Personen entscheiden müssen.

Die Köchin, Frau Oh Hyon-hwa

„Ich koche leidenschaftlich gerne“, sagt ein Herr mittleren Alters, „und die koreanische Küche kenne ich bislang kaum.“ Diese Lücke möchte er schließen und begibt sich eifrig an die Zubereitung der Gerichte Bulgogi (Feuerfleisch) und Bibimbap (Reisgericht mit Gemüse), die an diesem und am nächsten Tag auf dem Kochkurs-Speiseplan stehen. Koreanische Küche sei im Vergleich zu der Vielzahl chinesischer und vietnamesischer Restaurants in Berlin immer noch unterrepräsentiert, bedauert er. Aber glücklicherweise gebe es da ja Bewegung. „Mich interessieren auch die Unterschiede zu den anderen Küchen und die Frage, was das spezifisch Koreanische eigentlich ist, wenn es das überhaupt gibt."

Dann kommt schon die nächste Etappe der Zubereitung. Die koreanische Köchin, Frau Oh Hyon-hwa, demonstriert mit großem Geschick, wie Lauchzwiebeln erst geschlitzt und dann zerkleinert werden. Sie schneidet Rindfleisch, häckselt Möhren, wäscht Bambussprossen, zermalmt Sesamkörner, mischt Sojasoße, Knoblauch- und Pfefferpulver, erklärt, beantwortet Fragen, schmeckt ab und motiviert die Teilnehmer, es ihr gleichzutun. Bei Bibimbap ‚isst das Auge mit‘, da sollen rote, grüne, orange, beige und gelbe Gemüsesorten harmonisch arrangiert werden, deshalb will das Schneiden von Gemüse gelernt sein.

An zwei Küchenzeilen wird geübt und wer glaubte, Kochen sei Frauensache, konnte sich angesichts der zahlreich geschürzten, schälenden und schnippelnden Männer erfreulicherweise vom Gegenteil überzeugen lassen. Langsam verbreitet sich ein angenehm süßlich-würziger Duft, der Appetit wird größer und die Stimmung heiter. Es fällt nicht schwer, sich hier wohlzufühlen, was nicht zuletzt auch dem Ambiente des Küchenstudios zu verdanken ist – warmes Licht, ansprechendes Design, klare Linien, modernstes Interieur, geschmackvolle Akzente, räumliche Weite, Transparenz.

Die Motive für die Teilnahme sind vielfältig und reichen von der Neugier auf Unbekanntes und der Vertiefung von bereits Vertrautem, über die Annäherung an eine gesunde Küche mit viel Fisch und Algen und Sprossen und Feigenblättern, bis hin zum Anknüpfen an Liebgewonnenes, wie eine Teilnehmerin erzählt, die durch ihre vormalige Beziehung zu einem Koreaner mit der koreanischen Küche nicht nur in Berührung, sondern wortwörtlich auf den Geschmack gekommen ist. Auf diese Gaumenfreude möchte sie nicht mehr verzichten: „Selbst ist die Frau!“ - Und der Mann.

KochkursteilnehmerInnen (Fotos: Koreanisches Kulturzentrum)

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