Kunst

OF SPECTERS OR RETURNS

Dauer
20. September 2020 - 21. November 2020
Vernissage
Samstag, 19. September 2020 / 12:00
Ort

 

gallery damdam 
Koreanisches Kulturzentrum 
Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea
Leipziger Platz 3 
10117 Berlin

Eintritt
frei
OF SPECTERS OR RETURNS - main

Am 3. Oktober 2020 jährt sich die deutsche Wiedervereinigung zum 30. Mal. Deutschland ist eines der Länder, das genau wie Korea eine Geschichte der Teilung aufweist. Vom 20. September bis zum 21. November zeigt das Koreanische Kulturzentrum in seiner gallery damdam mit freundlicher Unterstützung der Danish Arts Foundation die Einzelausstellung OF SPECTERS OR RETURNS von Jane Jin Kaisen.

Die Ausstellung will an die deutsche Wiedervereinigung erinnern und die Hoffnung auf Frieden auf der koreanischen Halbinsel zum Ausdruck bringen. Jane Jin Kaisen wurde auf der Insel Jeju in Südkorea geboren und von einer dänischen Familie nach Dänemark adoptiert. Die Künstlerin wird zwei Arbeiten präsentieren, die sich thematisch mit der Teilung Koreas auseinandersetzen. Die Ausstellung lädt ein zum Diskurs über die koreanische Teilung und über die Frage, wie diese über Zeiten und Regionen hinweg nachwirkt. Darüber hinaus werden durch Kaisens verschiedene Arten des Storytelling und ihren einzigartigen Blickwinkel multidimensional Erinnerungen und Verbindungen erfahrbar gemacht, die sich über Regionen und Kulturen erstrecken, und dies über verschiedene Epochen der Geschichte. Die Ausstellung enthält Bezüge zum Zweiten Weltkrieg, dem Kalten Krieg und zur feministischen Geschichtsschreibung.   

OF SPECTERS OR RETURNS

Kaisen wird zwei Werke der Installationskunst präsentieren: „Of Specters Or Returns” (2020) und „Apertures Specters Rifts“ (2016). Beide Kunstwerke sind Reflexionen über zwei internationale Frauendelegationen nach Nordkorea: Die erste fand während des Koreakriegs im Jahr 1951 unter Beteiligung von Kate Fleron statt, die andere im Jahr 2015, 70 Jahre nach der Teilung Koreas, unter Beteiligung von Kaisen. Kate Fleron war eine dänische Journalistin, Verfechterin der Frauenrechte und führende Persönlichkeit der dänischen Widerstandsbewegung während des Zweiten Weltkriegs; zu Zeiten der deutschen Besatzung machte sie Bekanntschaft mit dem Leben in einem Konzentrationslager. „Apertures Specters Rifts“ (2016) hat die Form eines Triptychons und besteht aus drei horizontalen Lichtkästen, in denen 36 Schwarz-Weiß-Fotografien von Flerons und Kaisens Reisen nach Nordkorea präsentiert werden. Nach ihrer Rückkehr nach Dänemark fand Kaisen ein Buch von Fleron in der Dänischen Königlichen Bibliothek, Fra Nordkorea. Indtryk fra en Rejse til Verdens Ende (Aus Nordkorea. Impressionen vom Ende der Welt) (1952). Kaisen entdeckte, dass Flerons Erfahrungen trotz der dazwischenliegenden Zeitspanne von fast 70 Jahren analog ihre eigenen Erfahrungen widerspiegelten. Für dieses Werk stellt Kaisen Fotografien aus Flerons Buch, die während einer Untersuchung der Internationalen Demokratischen Frauenföderation zu Kriegsverbrechen aufgenommen wurden, eigenen Fotografien gegenüber. Rote Acrylplatten werden vor die Fotos gelegt und dienen als Filter, durch den eine Betrachtung der von hinten beleuchteten Fotografien ermöglicht wird. Wer sich diesen Abbildungen nähert, wird in das rote Leuchten hineingezogen, das von den Lichtkästen ausgeht. Die Farbe Rot wird häufig verwendet, um eine Warnung oder einen erhöhten Alarmzustand zu signalisieren. Im Kontext von Korea ruft die Farbe vielfältige und komplexe Assoziationen von Krieg und ideologischer Befangenheit, aber auch von Blutsbanden, Liebe und Sehnsucht hervor.    

Für ihre neue Arbeit, „Of Specters Or Returns” (2020), tritt Kaisen in einen weiteren Dialog mit Fleron, allerdings auf eine andere Weise als in dem oben erwähnten „Apertures Specters Rifts“. Ihr neues Werk besteht aus sieben Lichtkästen aus rotem Acryl mit UV-gedruckten Schriften von Fleron und Kaisen, die beide über ihre jeweilige Reise nach Nordkorea und die damit verbundene Stimmung des Kalten Kriegs reflektieren. In jedem Kasten befinden sich sorgfältig ausgewählte, einzigartige Objekte, die von Antiquitäten aus dem 13. Jahrhundert bis zu zeitgenössischen Objekten reichen und von der Künstlerin im vergangenen Jahrzehnt in Südkorea, Nordkorea, China, Dänemark und den USA gesammelt wurden. Zu den Objekten gehören ein Spiegel aus der Goryeo-Dynastie, eine japanische Proviantdose aus den 1950er Jahren, eine Propagandabroschüre aus dem Koreakrieg zur psychologischen Kriegsführung der US-Armee, ein blutbefleckter Helm der südkoreanischen Militärpolizei aus den 1980er Jahren und verschiedene Bücher; Flerons Publikation Fra Nordkorea. Indtryk fra en Rejse til Verdens Ende (1952) sowie We accuse; Report of the Commission of the Women's International Democratic Federation in Korea (Wir klagen an: Bericht der Internationalen Demokratischen Frauenföderation in Korea) (1951) und eine nordkoreanische Publikation, 38th Parallel North (38. Breitengrad Nord ) (1995).  Die ausgewählten Objekte und Texte und das rote Licht bilden Brücken, um historische Ereignisse zu verknüpfen, die zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten stattgefunden haben. Sie rufen Erinnerungen und Traumata des Krieges hervor, die nationale Grenzen überschreiten.  

– Ka Hee Jeong, Kuratorin.

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