Musik

Jinju Samcheonpo Nongak

Veranstaltungsdatum
Friday, 07. June 2019 / 19:00
Ort

Planten un Blomen
Hamburg

Eintritt
frei.
Jinju Samcheonpo Nongak - Bauernmusik-Ensemble

JinJu Samcheonpo Nongak - Koreas Nationales Immaterielles Kulturgut Nr. 11-1

Mit dem Nationalen Immateriellen Kulturgut Nr. 11-1 namens JinJu Samcheonpo Nongak - Bauernmusik in der repräsentativen Form der Region Yeongnam, die vor allem im Westen der Provinz Süd-Gyeongsang überliefert wurde - ist am 29. Juni 1966 erstmalig ein Werk der Bauernmusik zu einem immateriellen Kulturgut erklärt worden. Danach erfolgte die Auswahl diverser weiterer Werke der Bauernmusik, die ebenfalls zum Immateriellen Kulturgut Nr. 11-1 hinzugefügt und bis heute überliefert wurden.

Bei dieser Form der Bauernmusik Nongak tragen Mitglieder der aufführenden Gruppe eine Art militärischen Hut mit einer runden Krone und einer Hutkrempe, an dem ein Papierband oder eine Quaste befestigt ist, und vollziehen verschiedene Bewegungen mit dem Kopf. Dies ist ein unterscheidendes Merkmal zur Bauernmusik anderer Regionen, und daraus haben sich individuelle Darbietungen der einzelnen Mitwirkenden herausgebildet. Beim Pangut (Form der Bauernmusik, die in einer Aufführung ländliche Volksmusik, Tänze und Riten vereint; ein Oberbegriff für die JinJu Samcheonpo Nongak) sind die hervorstechenden Merkmale der Chaesangmo (Hut mit einem langen Band) und das Bupo-Nori (Spiel mit einer Federquaste). Ein weiteres Charakteristikum der Musik sind die Kampfformationen, die von militärischen Spielen übernommen wurden, und die aus der Kampfkunst stammenden Bewegungen der Spieler der kleinen Trommeln Sogo.

Wie bereits eben erwähnt, besteht die musikalische Besonderheit dieser Musik in ihrer Beeinflussung durch die Militärmusik. Die Melodien der kleinen Gongs (Soe) sind sehr schnell, und die Spieler der Handtrommeln (Beokgu) vollziehen Bewegungen, die an ein Auf-den-Boden-Werfen erinnern, oder spielen mit ihrem Hut. Dabei handelt es sich um Beispiele aus der Kampfkunst. Weitere Charakteristika sind das Spiel, das an die schnellen Schritte von Truppenformationen erinnert, und der lebhafte und energische Charakter der Musik.

In früheren Zeiten wurde diese Form der Bauernmusik „12 Cha Nongak” genannt, da sie aus zwölf Stücken bestand. Noch heute hat sie dieselbe Anzahl von Stücken.

Zu den Grundzügen der Musik, die sich auf den Einfluss von Militärmusik zurückführen lassen, gehören die Kleidung der Gruppenmitglieder, das Blasen eines Horns während des Auftritts, die Bewegungen in fünf Richtungen, der Marsch und das sogenannte Ho-Ho-Gut. Alle zwölf Stücke enthalten Benennungen und Züge der Militärmusik.

Zu den heute aktiven „Menschlichen Kulturgütern“ (Künstler, die eine besondere Kunstform pflegen, die vom Aussterben bedroht ist, und von der koreanischen Regierung mit diesem Titel ausgezeichnet wurden) gehören Park Yeom, der die Janggu spielt, und Kim Seon Ok, der führende Spieler des kleinen Gongs (Sangsoe). Die beiden Künstler sind in viele Aktivitäten in den Zweigabteilungen involviert, die angefangen mit Seoul und Busan über das gesamte Land verteilt sind. Darüber hinaus widmen sie sich der Ausbildung des Nachwuchses und geben Konzerte im In- und Ausland.

Das Nationale Immaterielle Kulturgut Nr. 11-1, Geschichte der JinJu Samcheonpo Nongak

Zu denjenigen, die heute noch die Bauernmusik namens JinJu Samcheonpo Nongak pflegen, gehören Kang Du Keum (der Großvater von Kim Seon Ok), der die letzten Mitglieder der Sotdaejaengi, einer Gruppe von Unterhaltungskünstlern, um sich versammelte, Hwang Il Baek, der eine führende Rolle in der JinJu Nongak, der Bauernmusik von JinJu, spielt, und Mun Baek Yun, der diese Rolle in Samcheonpo übernimmt. Darüber hinaus haben sich viele Mitglieder der lokalen Gemeinschaft der Bewahrung dieser Musik verschrieben.

Besonders die JinJu Nongak von Hwang Il Baek und die Samcheonpo Nongak von Mun Baek Yun erfahren eine hohe Wertschätzung, da sie in den 1950er und 1960er Jahren in Wettbewerben ausgezeichnet wurden. So wurden diese Musikformen als erste der Bauernmusik Nongak zum Wichtigen Immateriellen Kulturgut Nr. 11 erklärt und an die Nachwelt überliefert. 
 
Folgende Künstler wurden zu Menschlichen Kulturgütern ernannt: Hwang Il Baek (†) im Jahr 1976, Mun Baek Yun (†) im Jahr 1981, Lee Young Woo (†) im Jahr 1988, Park Yeom im Jahr 1991 und Kim Seon Ok im Jahr 2000. Fast 100 Mitglieder von Gruppen zur Bewahrung alten Kulturguts, die alle Arten von Kunstfertigkeiten auf sich vereinen wie das Jinpuri (choreografierte Reihenformationen), das Chaesang Sogo Nori (Performance mit kleinen Trommeln und rotierenden Kopfbewegungen) sowie das Salpan (Salto) und das Diabolo, die von der Künstlergruppe Sotdaejaengi überliefert wurden, geben jedes Jahr Dutzende von Konzerten im In- und Ausland und machen sich um die Weitergabe der JinJu Samcheonpo Nongak verdient. Viele Aufführende des Pungmul (koreanische Volksmusiktradition, zu der Trommeln, Singen und Tanzen gehören) besuchen Samcheonpo, um mehr über die JinJu Samcheonpo Nongak zu erfahren.

Der Aufbau der JinJu Samcheonpo Nongak
 

  1. Akt (1. Cha) - Obang Jinpuri: Zum Rhythmus Jajinmori bewegt sich die Gruppe in spiralförmigen Formationen in die fünf Richtungen (Obang) hinein und hinaus, zuerst in den Norden, Süden, Osten und Westen und dann ins Zentrum. Dies wird auch als Deokseongmari (wörtl. Ausrollen einer Matte) bezeichnet und imitiert die Art und Weise, wie Soldaten auf einem in vier Richtungen weisenden Aussichtspunkt stehen, nachdem sie die Festung des Feindes eingenommen haben.
  2. Akt (2. Cha) – Eollimgut: Beginnend mit dem langsamen Deotbaegi-Rhythmus, den alle Musiker zusammen spielen, wird der Rhythmus immer schneller, bis er in den Dadeuraegi-Rhythmus mündet. Während der 1. Akt das Bewachen der vier Himmelsrichtungen repräsentiert, werden im 2. Akt das Gefühl der Sicherheit, das nach dem Abblasen des Alarms spürbar wird, und die Feierlichkeiten, die nun stattfinden, zum Ausdruck gebracht.
  3. Akt (3. Cha) – Deotbaegi Beokgunori: Alle Musiker lassen die Bänder oder Quasten ihrer Sangmo-Hüte rotieren und vollziehen Yeonpungdae (eine Serie von schnellen Bewegungen, bei der sich die Musiker gegen den Uhrzeigersinn im Kreis bewegen und nach außen schauen, den Oberkörper nach vorn gebeugt). Die Sogo-Spieler führen akrobatische Übungen namens Jabandwijipgi aus, seitwärtsgewandte Bewegungen in der Luft. Dies soll den Wunsch zum Ausdruck bringen, die Moral der müden Soldaten wiederzubeleben.
  4. Akt (4. Cha) – Gilgunak: Während sie in einem normalen Tempo laufen und sich von der Aufregung des vorherigen Akts erholen, spielen die Musiker zunächst Gilgunak, gehen dann zu Bangilgunak über und schließlich zum Unpungdae-Rhythmus (einem leichten, fröhlichen Tanzrhythmus). Den Abschluss bildet Oepungdae, wo sich die aufführenden Musiker anders als beim Yeonpungdae in die entgegengesetzte Richtung wenden.
  5. Akt (5. Cha) – Yeongsandadeuraegi: Nach der Aufführung des Oepungdae kommen der führende Spieler des kleinen Gongs (Sangsoe) und die anderen Gongspieler in die Mitte und spielen, während die Sogo-Spieler sich immer wieder zwischen sie begeben und in einer fröhlichen, ausgelassenen Stimmung ihre Trommeln schlagen.
  6. Akt (6. Cha) – Meotbeokgunori: Alle Musiker lassen die Bänder oder Quasten auf ihren Sangmo-Hüten rotieren und vollziehen ein Yeonpungdae. Die Sogo-Spieler bewegen sich jeweils drei Mal nach vorn und setzen sich nieder, dann bewegen sie sich jeweils drei Mal rückwärts und setzen sich wieder hin. Während die anderen Musiker Yeonpungdae zu einem schnellen Jajinmori-Rhythmus aufführen, präsentieren die Sogo-Spieler eine Reihe von akrobatischen Seitwärtsbewegungen.
  7. Akt (7. Cha): Deungmajigut (pumasigut): Zu einem schnellen Gutgeori-Rhythmus führen die Musiker einen Schmetterlingstanz (Nabichum) auf, während die Soe-Spieler in der Mitte Rücken an Rücken stehen und sich gemeinsam auf und ab bewegen, um dann zum Yonggaetongtong-Rhythmus überzugehen. Die Soe-Spieler lassen dann ihre Gongs in der Mitte zurück und tanzen zum Rhythmus. Dann nehmen sie ihre Gongs wieder auf, spielen einen schnellen Meogdaedeuraegi-Rhythmus, beugen sich seitwärts und drehen sich wieder um. 
  8. Akt (8. Cha) – Anjeonbeokgunori: Zum Jajinmori-Rhythmus vollziehen die Musiker eine Runde Yeonpungdae, beugen sich dann seitwärts und drehen sich wieder um. Dann tanzen sie zu einem schnellen Deotbaegi-Rhythmus, während die Musik allmählich in den Dadeuraegi-Rhythmus übergeht.
  9. Akt (9. Cha) – Hohogutnori (jeomhogut): Die Musiker führen zu einem schnellen Gilgunak-Rhythmus eine Runde Yeonpungdae mit gelegentlichen „Ho ho“-Rufen aus, danach mit „Dang dang“-Rufen. Nachdem sie drei Mal ein „Ho ho dang dang“ wiederholt haben, führen die Soe-Spieler die anderen Musiker in einer Reihe von individuellen Darbietungen an.
  10. Akt (10. Cha): Yeongsangnori mit individuellen Darbietungen: Unter der Leitung des führenden Soe-Spielers (Sangsoe) kommen die Sogo-Spieler, die Janggu-Spieler, die Buk-Spieler und ein Musiker, der einen Hut mit einem zwölf Fuß langen Band (Yeoldubalsangmo) trägt, in dieser Reihenfolge ins Zentrum, um eine Reihe von individuellen Performances zu präsentieren.
  11. Akt (11. Cha): Byeolgutnori (byeoldalgeori): Zum Dadeuraegi-Rhythmus liefern sich der Sangsoe und die anderen Musiker einen verbalen Schlagabtausch und vollziehen einen Akt der Ehrerbietung für den General. Diese Handlung spiegelt einen gewissen Wunsch nach Autorität wider und ist Ausdruck der Idee, einen Stern vom Himmel zu pflücken und ihn stolz auf die eigene Schulter zu setzen.
  12. Akt (12. Cha) – Heuteumgut: Der führende Soe-Spieler Sangsoe beendet den Gong-Rhythmus und ruft: „Kommt alle her, ihr aus den vier Richtungen. Na los!“. Daraufhin begeben sich die einzelnen Musikergruppen in die Mitte und präsentieren eine fröhliche gemeinsame Performance. Nachdem alle zwölf Akte beendet sind, kommen alle Aufführenden für eine Nachfeier mit Musik und Tanz zusammen, die Pabanggut heißt und eine Form des Dwipuri ist.

Immaterielles Kulturgut Nr. 11-1 - 
Die Charakteristika der JinJu Samcheonpo Nongak

In die Bauernmusik JinJu Samcheonpo Nongak sind das Temperament der Provinz Gyeongsang-do sowie die Geschichte ihrer westlichen Region in der Gegend um Jinju-mok eingeflossen. Seit alten Zeiten fiel der Westen der Provinz Süd-Gyeongsang sehr häufig japanischen Invasionen zum Opfer. So wurde er durch eine Vereinbarung zwischen der Landbevölkerung und dem Militär zur Basis für einen militärischen Stützpunkt. Die Musik der Region ist geprägt von den Besonderheiten der Militärmusik des Marinehauptquartiers der Drei Provinzen, das an die Südküste verlagert wurde. Sie enthält viele schnelle Rhythmen und kraftvolle choreografierte Reihenformationen (Jinpuri). Mit der Belebung des Handels in Jinju-mok zeigten professionelle Künstlergruppen ihre Kunstfertigkeit in Form von diversen Attraktionen. Bis heute wurden Formen der Aufführungskunst überliefert, die vom Temperament der westlichen Region der Provinz Süd-Gyeongsang und geschichtlichen Einflüssen geprägt sind. Unter diesen Vorführungen, die von den besten Künstlern aufgeführt wurden, waren das Gujeongnori (Spiel zum Neujahrstag nach dem Mondkalender) sowie verschiedenste spielerische Aufführungen, die die Realität der ländlichen Bevölkerung wiedergaben.

Die Bauernmusik JinJu Samcheonpo Nongak ist insofern in ganz Korea einzigartig, als dass die aufführenden Musiker mit dem Chaesangmo (Hut mit einem langen Band) oder dem Buposangmo (Hut mit einer großen Quaste) rotierende Kopfbewegungen vollziehen und Gambal (Baumwollbänder zum Einwickeln der Füße anstelle von Socken) tragen. Durch den Einsatz der großen Napal-Trompete und die schnellen Rhythmen in den Reihenformationen Jinpuri treten in dieser Musik die Besonderheiten der Militärmusik deutlich zu Tage.

Die JinJu Samcheon Nongak bildet die Bühne für die einzelnen Musiker, ihre eigene herausragende Kunstfertigkeit individuell zu präsentieren. Darunter finden sich übermütige Vorführungen mit spielerischem Charakter wie Salpan, Beona, Mudongnori, Jukbangulnori, Japsaeknori und Byeongsang Talnoreumgut.