Musik

Festival für koreanische neue Musik (FKNM): Ensemble PAN

Veranstaltungsdatum
Donnerstag, 28. November 2019 / 20:00
Ort

Konzerthaus Berlin
Kleiner Saal
Gendarmenmarkt
10117 Berlin

Eintritt
12 Euro zzgl. VVK-Gebühr
Festival für koreanische neue Musik (FKNM): Ensemble PAN

Musiker*innen

Dirigent: Jee-hwan KIM
Musiker*innen des Ensemble PAN:

Eun Moo Heo, Joung Jinhee, Young June Lee, Jeong Min Ji, Kyung Ri Kim, Seo Hyun Lee, Se won Bang, Ji Hee Han, Suh wan Kim, Joseph yosub Lim, Hyo-Jung Kang, Youn Hee Park, Ji Haing Lee, Joon Kim, Hyo Young Kang

Programm

Chung Im HAN
At First

Hong Jun SEO
Sinfonia Concertante for Sheng and String Orchestra
(2017, Bearbeitung für Ensemble 2019)

Hongseok RHIE
standing woman for violin and piano

Taejong PARK
The Wind in My Soul for violin and piano

Seung Jae Chung
Serenade for Strings

Shinuh LEE
An Open Door for strings

 

Werkerklärung                

  1.  한정임 Chung Im HAN    „At First“            
    Bin ich zufällig auf die Welt gekommen, oder wurde ich mit einer Mission hierher entsendet? Die Entscheidung für Ersteres gibt der Dunkelheit den Vorzug.
    „Im Anfang” (engl. „At First“) sind die ersten beiden Worte in der Bibel.

    Die Entscheidung für Letzteres gibt dem Licht den Vorzug.

    2003, als dieser Titel entstand, war ich als Mutter zweier Kinder zu beschäftigt, um über mich selbst nachzudenken. Ich bin jedoch dankbar, dass ich durch meine Kinder wirklich erwachsen geworden bin und dass ich durch sie den Sinn meines Lebens entdeckt habe.

    Himmel, Erde, Licht, Dunkelheit, Männer, Frauen und Ruhen. Indem ich diese sieben Themen aufgegriffen habe, habe ich die Bewegung skizziert, die beim Schaffen von etwas Neuem aus dem Nichts erforderlich ist, und bin mir über das Schaffen von Leben klargeworden.
     
  2. 서홍준 Hong Jun SEO    „Sinfonia Concertante Sheng and String Orchestra“ (2017, Bearbeitung für Ensemble 2019)
    Liebe und dennoch Hass.
    Ich hasse dich, aber es tut mir im Herzen weh.
    Ich fühle mich schlecht, aber ich hasse dich.
    Ich hasse es, aber ich liebe dich wieder.
    Zaumzeug der Liebe,
    Wandel der Gefühle.

    Schmerz durch Schmerz.
    Menschliche Identität.
    Verwirrung.
    Ist das nicht wirklich die menschliche Natur?
     
  3. 이홍석 Hongseok RHIE     „standing woman" for violin and piano (2014)
    In Alberto Giacomettis Skulptur „standing woman” erkenne ich eine Verzerrung, die von Unsicherheit, Ängstlichkeit und Grauen geprägt ist. Sie erinnert an die seltsame Traurigkeit, die dazu führt, dass sich das Leben auf dem Tiefpunkt befindet, und sie ruft die Bildsprache von einer grundlegend bedrohten Gegenwart ins Gedächtnis…

    Hier ist ein Klang, der von weit her zu kommen scheint, und in den Schatten der Zeit entweicht, wie ängstliche Halluzinationen.
    Zeit, Dunkelheit und Träume… Und der Schatten von Bewusstsein und Unterbewusstsein…
     
  4. 박태종 Taejong PARK     „The Wind in My Soul” for violin and piano (2014 /2019) *Uraufführung
    Abgesehen vom Titel dieses Werks habe ich nicht viel zu sagen.
    Es gab keine Pläne oder Entwürfe dafür.

    Ich habe zu improvisieren begonnen und habe es nach einigen Überarbeitungen fertiggestellt. Sie lehnen sich einfach in Ihrem Sessel zurück, schließen die Augen und spüren den Wind, der etwas frisch ist. Sie müssen nicht groß nachdenken, um meiner Musik und meinen Fantasien zu lauschen. 

    Ich freue mich auf die Uraufführung.
     
  5. 정승재 Seung Jae Chung     „Serenade for Strings”           
    Das Werk konzentriert sich auf die Neuinterpretation des Minimalismus, um Vielfalt und graduelle Veränderungen anhand der kleinsten Elemente zu erzeugen. Die musikalischen Merkmale müssen innerhalb der verschiedenen strukturellen Veränderungen Kontinuität bewahren. Das Gefühl von Einheit innerhalb der Vielfalt ist ein wichtiger Aspekt. Es wird trotz der vielen verstreuten unterschiedlichen Strukturen artikuliert, da es einen identischen motivischen Inhalt hat, was auch als motivische Transformation bezeichnet wird.    
     
  6. 이신우 Shinuh LEE    „An Open Door” for strings 
    Dieses Werk wurde im Gedenken an den Komponisten Kang-Yul LEE komponiert. Durch die Vermeidung von übertriebener Rhetorik und den Verzicht auf einen Avantgarde-Stil in der zeitgenössischen klassischen Musik hielt Kang-Yul LEE an seinem einzigartigen Musikstil fest, der einfach, klar und geradeheraus ist, und lebte ein ehrliches Leben. In dieses Werk sind meine Gefühle eingeflossen, als ich Zeuge seines Kampfes gegen den Krebs in seinen beiden letzten Lebensjahren wurde; die erhabenen Momente angesichts des Todes, der Wille zu leben, Liebe, Reue, die Angst vor dem Tod, ein Kampf gegen den körperlichen Schmerz und die Leerung seines Geistes in den letzten Sekunden seines Lebens. Der Titel „An Open Door“ stammt aus der Offenbarung 4,1. Es spiegelt die Heiligkeit und die göttlichen Mysterien wider, die sich den Gläubigen auf der Schwelle des Todes zeigen können. In Auftrag gegeben vom Korean Chamber Orchestra und uraufgeführt im Dezember 2004 im Seoul Arts Center.