Musik

Festival für koreanische neue Musik (FKNM): Ensemble Korea

Veranstaltungsdatum
Dienstag, 03. Dezember 2019 / 20:00
Ort

Konzerthaus Berlin
Kleiner Saal
Gendarmenmarkt
10117 Berlin

Eintritt
12 Euro zzgl. VVK-Gebühr
Festival für koreanische neue Musik (FKNM): Ensemble Korea

MUSIKER*INNEN

Dirigent: Joongbae JEE
Musiker*innen des Ensemble KOREA:

ENSEMBLE NABIYA, GYEONGGI GAYAGEUM ENSEMBLE
 

Programm

Sanguk KIM
Nailing Sounds

Dae-seong KIM
Silk-fog for Daegeum and Gayageum

Sophie Youjung LEE
The faraway, Nearby” (2017)

Jin HAN
Soul Gate

Boknam LEE
Traum des Golddrachen für 4 Gayageum

Min Hee YU
Eine Ballade für Frida Kahlo
„Gebet für die schmerzhafte Seele“

Gui Sook LEE
Geomungo in Sudeoksa Temple

 

WERKERKLÄRUNG      

  1. 김상욱 Sanguk KIM     „Nailing Sounds“   
    Als ich Nagelschläge hörte, hatte ich das Gefühl, als würden sie tief in mein Herz eindringen. Liegt es daran, dass mich diese Klänge an die Kreuzigung der göttlichen Liebe erinnern? Ich habe dieses Stück für Geomungo und Janggu komponiert und die Techniken und das Timbre dieser Instrumente verwendet, um die Geräusche des Hämmerns als musikalisches Narrativ auszudrücken.        
     
  2. 김대성 Dae-seong KIM     „Silk-fog” for Daegeum and Gayageum
    Das Werk wurde 2007 komponiert und spiegelt die Erfahrungen des Komponisten mit Ende zwanzig wider. 
    Die Komposition ist von den Emotionen durchdrungen, die mit einer unglücklichen Liebe verbunden sind. Ich male eine wunderschöne Szene von einer verschneiten Landschaft, in der die Trauer blüht.

    ür dieses Werk sind die besten Aufführungstechniken für Daegeum und Gayageum erforderlich. Unabhängig von der koreanischen Melodie und dem koreanischen Rhythmus wird darin ein romantisches Gefühl zum Ausdruck gebracht.
     
  3. 이유정 Sophie Youjung LEE     „The faraway, Nearby“ (2017)
    Das scheinbar widersprüchliche Miteinanderverbundensein von Nähe und Ferne, das mir sowohl im Naturerlebnis auf meinen Wanderungen als auch in der Kunsterfahrung, zum Beispiel in den Werken von Käthe Kollwitz, begegnet ist, hat mich zu meinem Stück inspiriert. Die inhomogenen Klänge der koreanischen Instrumente und die traditionellen Spieltechniken versuchen dabei stets, Nähe und Ferne klanglich ineinander aufzulösen.                               

     
  4. 한진 Jin HAN       „Soul Gate” 
    Die Welt besteht aus einer sichtbaren und einer unsichtbaren Welt. Die sichtbare Welt wird kontinuierlich von der unsichtbaren Welt beeinflusst und verändert. Auch wenn sie mit den Augen nicht wahrnehmbar ist, ist die unsichtbare Welt voller Energie.

    Dies ist die Welt des Geistes. Das Werk ist für ein Ensemble aus 25-saitigen Gayageum-Zithern konzipiert. Es soll den Eintritt ins „Seelentor“ (soul gate) sowie alle Emotionen zum Ausdruck bringen, die in der Welt des Unterbewussten spürbar sind. 

    1. Satz: „remembrance of oblivion“
    2. Satz: „the chosen one and self-consciousness” 
    3. Satz: „For a bright and new world”
     
  5. 이복남 Boknam LEE     Dream of a Yellow Dragon” for four gayageums   
    „Dream of a Yellow Dragon”, das vom Gyeonggi Gayageum Ensemble in Auftrag gegeben wurde, basiert auf dem Gayageum-Sanjo nach der Schule des Meisters Choi Ok-sam. Unter den vielen musikalischen Elementen des Gayageum-Sanjo nach Choi Ok-Sam waren die große Dynamik und Flexibilität des Rhythmus Jajinmori und die farbenfrohe Akustik wie in der „Melodie vom Nieselregen“ besonders reizvoll für mich. Insbesondere Choi Ok-sams repräsentative „Melodie des Pferdegalopps“ erinnerte mich an die Vitalität der Menschen des koreanischen Königreiches Goguryeo (37 v.Chr. – 668 n.Chr.), die durch die Wildnis der Mandschurei ritten und von der Vereinigung der drei koreanischen Königreiche Goguryeo, Baekje und Silla[1] träumten. Dieser Gedanke inspirierte mich zur Komposition des Werks „Dream of Yellow Dragon“. Es gründet sich auf den Rhythmen des Gayageum-Sanjo-Stils nach Choi Ok-sam und verbindet Strukturen von traditionellen koreanischen Melodien mit zeitgenössischer Akustik und modernen Techniken.  
     
  6. 유민희 Min hee YU     Eine Ballade für Frida Kahlo Gebet für die schmerzhafte Seele"          
    An einem Tag im Sommer 2016 besuchte ich eine Ausstellung von Frida Kahlo im koreanischen Hangaram-Museum. Kahlo vermittelte den Eindruck einer sehr starken Frau, die ungeheure Schmerzen ertragen musste. Das Ertragen von Schmerzen ist kein individuelles Problem Einzelner. Vielmehr können Schmerzen als Leid all derjenigen Menschen verstanden werden, die aufgrund von unglücklichen Umständen oder Unfällen von Schmerzen geplagt werden.

    In diesem Stück habe ich Kahlos folgende drei Werke - „Die gebrochene Säule“, „Der verletzte Hirsch“ und „Diego und ich“ - als Motiv gewählt. Vor ihren Bildern, in welche die körperlichen Schmerzen, die seelischen Verletzungen und das Liebesleiden von Kahlo eingeflossen sind, habe ich sie getröstet. Ich wollte Menschen, die trauern und Schmerzen erleiden, trösten.

     
  7. 이귀숙 Gui Sook LEE       „Geomungo in Sudeoksa Temple“  
    Das Werk basiert auf dem Thema der legendären Zither Geomungo, die im Tempel Sudeoksa in Korea existierte. Die Geomungo wurde von König Gongmin (1330-1374) in der Goryeo-Zeit angefertigt und gespielt. Die Geomungo im Tempel Sudeoksa behandelt verschiedene Szenen, die mit der Geomungo von König Gongmin zusammenhängen. Eines Abends weht ein scharfer Wind am Tempel Sudeoksa. Es erklingt das majestätische Geomungo-Spiel des buddhistischen Priesters Mangong (1871-1955). Mit dem spannungsgeladenen Rhythmus Hwimori Jangdan wird König Gongmins Jagdgemälde „Cheonsan Daeryeopdo“ beschrieben. Die Geomungo behauptet sich gegen den Wind des Joseon-Reiches. Die herzzerreißende Liebe Königin Noguks kommt im Monolog der Geomungo zum Ausdruck.